ALEXANDRA BIRKERT
 ALEXANDRA BIRKERT

Die Eberhardstraße.

Ein Stadtbummel durch die Jahrhunderte auf dem einstigen Stadtwall.

 

Fast könnte man meinen, Eduard Paulus sei seinerzeit durch die „Eberhardstraße“ spaziert, als er seine berühmten Verse schmiedete: Der Schelling und der Hegel, / Der Schiller und der Hauff, / das ist bei uns die Regel, / das fällt hier gar nicht auf.

Denn in der Eberhardstraße erblickten nicht nur Hegel und Hauff das Licht der Welt, hier wohnte und dichtete auch Schiller als Regimentsarzt, logierte Jean Paul während seines Stuttgart-Besuches, und quartierte sich Wilhelm Waiblinger bei Verwandten für zwei Jahre ein.  Und Schelling wohnte als junger Hofmeister sozusagen „auf der Rückseite“, am heutigen Josef-Hirn-Platz.

Doch damit nicht genug: Im Straßenzug zwischen "Wilhelmsbau" und „Karlspassage“ wurde 1928 das erste in Stahlbeton errichtete Hochhaus Deutschlands (der „Tagblatt-Turm“) eingeweiht, in dem heute, fast hundert Jahre später, eine rührige Crew um Anja Dauschek an den Plänen für das künftige Stadtmuseum Stuttgart schmiedet. In der Eberhardstraße befand sich auch das legendäre Kaufhaus Schocken. Es stand an der Stelle, an der einst im renommierten „Petersburger Hof“ (1803-1925) Staatsmänner und Künstler logierten − und Carl Maria von Weber seinen Stammtisch hatte.

Wenige Meter weiter verweist der wuchtige „Graf-Eberhard-Bau“ nicht nur auf den Namensgeber der Straße. Er erinnert mit seiner Fassade auch an die Sanierung des dahinterliegenden Altstadtviertels um die Geißstraße zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Vergessen ist, dass hier zu Schillers und Hegels Zeiten eine der großen Hauptschulen Stuttgarts (die „Krähenschule“) Mädchen und Jungen aufs Leben vorbereiten sollte.

Noch heute dient die Eberhardstraße als städtebauliches Experimentierfeld: Geschwindigkeitsbegrenzung, Fußgängerzone, Baumpflanzungen sowie das plakativ auf dem Pflaster eingeforderte Vorfahrtsrecht der Fahrradfahrer sollen zur Verkehrsberuhigung beitragen − die „Wunde“, die der ehemalige Verkehrsknotenpunkt an der „Torstraße“ in den schwungvollen Bogen der einst geschlossenen Häuserzeile um das Hegel-Haus gerissen hat, lässt sich damit freilich nicht mehr schließen.

 

Treffpunkt: vor dem Wilhelmsbau (Litfaßsäule)

Dauer: ca. 1,5 Stunden

Teilnahmegebühr: 10 €, Schüler 5 €

 

Termin: nach Vereinbarung

 

 

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Nächste öffentliche Führung im März 2018

 

 

 

 

 

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