ALEXANDRA BIRKERT
 ALEXANDRA BIRKERT

 

 

Stuttgarts "Halbhöhenlage" um 1800.

Die Geschichte der Fritz-Elsas-Straße  (Gartenstraße).

 

 

Kaum einer kann sich heute noch vorstellen, dass die 1946 nach dem gebürtigen Cannstatter, Stuttgarter Rechtsrat, Berliner Bürgermeister und Widerstandskämpfer Dr. Fritz Elsas (1890-1945) benannte Straße, die vom Rotebühlplatz zum Berliner Platz führt, zuvor als Stuttgarts „Gartenstraße“ firmierte. Und dies durchaus zurecht, zumindest bis weit ins 19. Jahrhundert hinein. Denn wo sich heute das Rotebühlzentrum, ein riesiges Parkhaus, die Max-Eyth-Schule und die gläsernen Dienstleistungszentren der Landesbank Baden-Württemberg im wahrsten Sinne des Wortes „erheben“, waren einst Wiesen und Obstgärten, dann prächtige Villen, umgeben von ausladenden Gärten, die sich bis zum höchsten Punkt der Innenstadt „am Bollwerk“ hinaufzogen. Ein kleiner See diente als Wasserspeicher für die zahlreichen Gärten der so genannten Reichen Vorstadt.

Noch kurioser mutet an, dass in dieser Straße auch eine der ersten und erfolgreichsten Fabriken Stuttgarts errichtet wurde: die Firma Jobst, Deutschlands erste deutsche Chininfabrik (1828), die 1920 ein Sechstel der Weltproduktion des Fieber- und Malariamittels lieferte. 1808 als (Drogerie-) Materialwarenhandlung in der Marktstraße gegründet, wurde sie bereits 1813 in das von der bekannten Baumeisterfamilie Etzel erbaute Haus in der Gartenstraße Nr. 29 verlegt, das bis 1902 Firmensitz blieb.  

Auch Kunst und Kultur waren in der alten Gartenstraße angesiedelt: Gegenüber der Firma Jobst lag das Haus des Hofmalers und Galeriedirektors Philipp Friedrich Hetsch (1758-1838), der mit vielen Intellektuellen und Künstlern seiner Zeit befreundet war. Ein weiterer wichtiger Treffpunkt für Stuttgarter Honoratioren, aber auch einheimische wie zugereiste Künstler und Schriftsteller lässt sich in der heutigen Fritz-Elsas-Straße verorten, im ehemaligen Haus des Hof- und Domänenrats Johann Georg Hartmann (1731-1811): Hier übernachteten nicht nur Goethe und Herzog Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach …

Mit zahlreichen historischen Abbildungen und literarischen Texten lassen wir die facettenreiche Geschichte dieser einst so „anmutigen“ Straße und ihrer Anwohner aufleben, rekonstruieren ihren ehemaligen Verlauf und werfen auch einen Blick auf die (früher) angrenzenden Gassen und Straßen mit ihren alten „anschaulichen“ Namen („Am Kasernengängle“, „Jobststraße“, „Bergstraße“, „Kasernenstraße“ etc.).

 

Treffpunkt: vor dem Atelier am Bollwerk

Dauer: ca. 1,5 Stunden

 

 

Termin: Im Jahr 2017 nur als individuelle Führung

           nach Vereinbarung.

 

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Nächste Führung:

 

Der Feuerbacher Weg

Samstag, 7. Okt. 2017,

15 Uhr

 

 

 

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