ALEXANDRA BIRKERT
ALEXANDRA BIRKERT

Hegel und Hölderlin 2020

2020 jährt sich der Geburtstag der Studienfreunde Friedrich Hölderlin (20. März 1770) und Georg Wilhelm Friedrich Hegel (27. August 1770) jeweils zum 250. Mal.

 

Leben und Werk der beiden Jugendfreunde, die sich auf dem Tübinger Stift kennen lernten, sind mit der Stadt Stuttgart eng verbunden. Der Philosoph ist hier geboren und aufgewachsen, der Dichter verbrachte im Jahr 1800 eine kurze, aber sehr kreative Periode in Stuttgart. Das Hölderlin-Archiv in der Württembergischen Landesbibliothek verwahrt heute den größten Teil von Hölderlins Handschriften, es dient weltweit als zentrale Arbeitsstelle der Hölderlin-Forschung.

 

Zum Doppeljubiläum "250. Geburtstag von Hegel und Hölderlin" plane ich ein besonderes, aufeinander abgestimmtes "Paket" von drei literarisch-historischen Führungen in Stuttgart.

 

Dazu soll auch ein Extra-Flyer erscheinen (Nov./Dez. 2019).

 

Die ersten zwei Führungen widmen sich jeweils den beiden Geschwistern des großen Philosophen, die mit ihm in Stuttgart heranwuchsen: Christiane Luise (1773-1832) und Georg Ludwig Hegel (1776-1812). Der dritte Spaziergang konzentriert sich auf den Dichter Friedrich Hölderlin und dessen eigene Beziehung zu Hegels Schwester und deren Stuttgarter Freundeskreis.

 

Die Stadtführungen zu den Geschwistern werden jeweils an deren Geburtstag angeboten, der Spaziergang zu Hölderlin und Hegels Schwester soll Ende Juni 2020 stattfinden und damit auch an den Beginn von Hölderlins halbjährigem Stuttgart-Aufenthalt im Jahr 1800 erinnern.

 

Alle Spaziergänge können einzeln über das ganze Jahr von Gruppen gebucht werden.

 

Gedacht ist hier auch an Schulklassen.

 

Je nach Wunsch können die Schwerpunkte der Führungen auch auf literarische, bildungsgeschichtliche (Hohe Karlsschule, Stuttgarter Gymnasium, Mädchen-bildung), stadtgeschichtliche, landeskundliche (Alt- und Neuwürttemberg), politische (Französische Revolution, Napoleon) oder medizinhistorische Themen (Psychiatrie) gelegt werden.  

 

Teilnahmegebühr (pro Spaziergang):

Erwachsene 12 €

Schüler 5 €

 

 

Hegels Schwester

Dienstag, 7. April 2020, 17 Uhr.

Ort: Innenstadt, Treffpunkt vor dem Hegel-Haus

Dauer: ca. 2 Stunden

 

Hegels Schwester Christiane Luise (*7. April 1773) verbrachte fast zwei Drittel ihres turbulenten Lebens in der württembergischen Residenzstadt. Sie stand in engem Kontakt zu Schriftstellern, Künstlern und revolutionären Köpfen ihrer Zeit. 1801 verließ sie Württemberg und wurde Gouvernante bei den Freiherren von Berlichingen. 1820 landete sie für ein Jahr in der sogenannten württembergischen „Staatsirrenanstalt“ Zwiefalten, kehrte anschließend in ihre Heimatstadt zurück und arbeitete erfolgreich als Privatlehrerin. Wenige Monate nach Hegels Tod nahm sie sich im Februar 1832 mit knapp 59 Jahren das Leben.

 

 

Hegels Bruder

Sonntag, 24. Mai 2020, 11 Uhr.

Ort: Innenstadt, Treffpunkt vor dem Hegel-Haus

Dauer: ca. 2 Stunden

 

Wie ergeht es dem jüngeren Bruder eines genialen Kopfes? Von Hegels sechs Jahre jüngerem Bruder Georg Ludwig (*24. Mai 1776) weiß man bisher nur wenig. Er starb 36-jährig im Russlandfeldzug Napoleons. Er war Stadtstudent der Hohen Karlsschule, Taufpate bei Hegels unehelichem Sohn, in einem Frankfurter und Berliner Handelshaus tätig, dann württembergischer Offizier. Durch ihn eröffnen sich, gerade auch mit Blick auf den großen Bruder, interessante Beziehungen und und gesellschaftliche Verbindungen.

 

Hölderlin zu Besuch bei Hegels Schwester

Sonntag, 28. Juni 2020, 11 Uhr.

Ort: Innenstadt, Treffpunkt vor dem Hegel-Haus

Dauer: ca. 2 Stunden


Selbst wenn sich Hölderlin und Hegel nicht auf dem Tübinger Stift kennen und schätzen gelernt hätten – Hegels drei Jahre jüngere, unverheiratet gebliebene Schwester Christiane Luise (1773-1832) wäre dem jungen Dichter Friedrich Hölderlin in Stuttgart auch so über den Weg gelaufen. Wo und wie, darum geht es auf dem Spaziergang. Wie auch um die auffallenden Parallelen im weiteren Lebensweg der beiden: Auch Christiane Hegel stand süddeutschen „Jakobinern“ verdächtig nahe, auch sie scheiterte an einer tragischen Liebesbeziehung, auch sie wurde − mit der Diagnose „stiller melancholischer Wahnsinn“ – vorübergehend in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

 

Nähere Infos zu den einzelnen Spaziergängen, zur Anmeldung und zu weiteren Terminen werden Mitte November 2019 bekannt gegeben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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© Dr. Alexandra Birkert